Manfred Rossa


Biographie:
Geboren wurde Manfred Rossa am 13.03.1939 in Damfelde. 1945 floh seine Familie vor der Roten Armee nach Niederbayern. Sein Abitur macht er 1958 auf der Liebigschule in Frankfurt am Main.

60 Jahre nach dem Kriegsende  schreiben die ehemaligen Liebigschüler erneut eine »Klassenarbeit«,  sie schreiben »Mein Kriegsende«.

 


zusammen mit Manfred Walther

Mein Kriegsende

Kindheit im Dritten Reich und danach

Erinnerungen einer Abiturklasse

352 Seiten, 18 Euro, 3-933974-98-4

außer der Reihe 

Dieter Frankenberg

Hans Heckel

Hans-Jürgen Günther

Dieter Lurz

Hartmut Meissinger

Klaus Müßig

Helmut Rasmussen

Manfred Rossa

Hartmut Scherzer

Bodo Schönegge

Justus Stange

Klaus Völker

Manfred Walther

Es ist ihnen gelungen, die Publikationen zur Kindheit im Dritten Reich, die in den zurückliegenden Jahren erschienen, um eine zentrale, grundlegend neue Dimension zu ergänzen: Sie kommen selbst zu Wort, ohne Kommentar, ohne redaktionelle Vorauswahl oder Rubrizierung.

So unterschiedlich die Lebenswege der inzwischen in den Ruhestand gewechselten Marketing-Leiter, Professoren, Physiker, Kaufmänner, Sport-Journalisten, Theater-Theoretiker wurden, so verschieden waren ihre Wege und Umwege nach Frankfurt und in die Liebigschule. Die sehr persönlichen Erinnerungen und die noch ganz präsenten Erlebnisse machen den menschlichen Wert dieses Buches aus. Seine historische Bedeutung erhält es, da diese Klasse durch den Krieg und die Nachkriegswirren nachgerade repräsentativ zusammengewürfelt wurde.


»Mein Kriegsende« ist von Anfang bis zum Ende eine »Klassenarbeit«: Seit ihrem Abitur im Jahr 1958 hat die Klasse der Liebigschule in Frankfurt am Main zusammengehalten, ein harter Kern hat sich jedes Jahr zum Klassentreffen eingefunden. So kam 1995 die Idee zu dem Buch auf:

Aus einem Nachtgespräch heraus erzählten sich die ehemaligen Schüler, wie sie als Kinder das Kriegsende erlebt hatten. Wie sie, aus allen Teilen des damaligen »Großdeutschen Reiches« stammend, den Brand in Dresden erlebten, die Zerstörung Hanaus, die Verfolgungen durch die einmarschierende Rote Armee, die heillosen letzten Gewaltaktionen von Volkssturm und versprengten Hitlerjungen, teils nur wenige Jahre älter als sie selbst ?

Von der Konzeption und den Berichten, von den historischen Erläuterungen bis hin zum Entwurf für den Titel und seiner Grafik ist dieser Band die Arbeit der Schulklasse. Ein neuer Blick in die verheerenden letzten Jahre des Hitler-Regimes und in die unmittelbare Nachkriegszeit, aus dem sich 16 mal »Kindheit im Dritten Reich und danach« ergibt. Ergänzt werden die Berichte durch kurze geschichtliche Überblicke und Hintergrundinformationen zu den Erlebnissen der Schüler von einst.

Die Abiturienten von einst erzählen den Alltag der Kinder im Krieg und von der Flucht der Kinder und ihrer Mütter vor dem Bombenterror. Sie bringen die schwierigen Vater-Sohn-Verhältnisse als Hintergrund einer ganzen Generation und ihres Werdeganges zur Sprache – und das bedrückende Tabu-Thema ihrer Kindheiten, die Verfolgung der Juden.

Gewidmet haben die einstigen Pennäler dieses Buch einerseits ihren Müttern – den wahren Heldinnen der Kriegs- und Nachkriegszeit – und andererseits einem, den sie nicht anders als einen »Glücksfall« in ihrem jungen Leben bezeichnen können:

»Was diesen jahrzehntelangen Zusammenhalt und damit auch letztlich dieses Buch möglich gemacht hat, ist – wie viele von uns erst später erkannten – vor allem die Art und Weise gewesen, in der unser Klassenlehrer (ab der Untertertia) Dr. Helmuth Fleckenstein die Klasse geleitet hat.«

Jeder der Ex-Schüler hat seinem Beitrag eine kurze Vita beigegeben, und eine Vielzahl von Fotos aus den Familienalben illustriert die Geschichte und die Geschichten einer Generation, die glücklicherweise zu jung war, um vom Nazi-Regime als »Pimpfe« vereinnahmt und indoktriniert zu werden, aber schon alt und wach genug, den Krieg in seinem ganzen Ausmaß zu begreifen – und heute mit ihrer Publikation vor ihm zu warnen.