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Ewart Reder | ||||||||
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Biographie: Verschiedene Menschen kreuzen die Wildbahn. Der Dichter sieht sie im Dickicht lichtloser Umstände kämpfen um ihre Bewegungsspielräume. Einige heißen Otto Schily oder Jesus. Die Orte: für Reder sind sie Kraftfelder. Ob geheimnisstille Plätze in Polen, die auftauchen wie die sagenhafte Ostseestadt Vineta. Ob die »Taunusanlage« in Frankfurt oder zwei verfeindete Offenbacher Vorstädte. Ob zu Land oder zu Wasser, am Meer vor allem, von Rostock bis wenigstens Otranto. Die Lyrikerin Margot Ehrich applaudierte: »Das ist Magie: da sind die Sinne am Werk, es spült und weht und rollt, man sieht die Bilder nicht nur, man hört sie.« Ewart Reder ist 1957 geboren. Seit 1998 zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitungen (FR, FAZ u.a.), Zeitschriften (ndl, lichtungen, decision u.a.), Anthologien und im Radio; Mitarbeit beim »Literat«, beim Kritischen Lexikon für Gegenwartsliteratur u.a. Mit dem Gedichtband »Messungen« absolvierte er 1999 sein Debüt. In dem Fernsehfilm »Buch auf! Ein Porträt des Schriftstellers Ewart Reder« drehte Bernhard Bauser über den mit diversen Auszeichnungen versehenen Wahl-Offenbacher. »Ewart Reder schreibt Gedichte, die mich in zweierlei Hinsicht interessieren: was da gedichtet/bedichtet wird und wie das geschieht. Solche Lektüre macht Appetit«, schreibt Robert Gernhardt über Reder – na bitte! |
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Ein und Aus 19 Erzählungen 160 Seiten, 19 Euro, 3-933974-75-5 Reihe Die Hauptwerke |
Was
haben Mann und Frau, Schwarz und Weiß, Prof und Rebell, Sohn und Vater,
Muslim und Christin miteinander zu tun? Spannende Dinge, jeweils, von
denen Ewart Reders Geschichten mit Titeln wie Rausfliegen oder Virtualverkehr handeln.
Zudem hat alles mit allem zu tun – aufs heftigste. »Reder folgt der
Spur seines Themas, den engen Beziehungen zu Menschen, Landschaften,
Städten, getrieben von der Neugier aufs Fremde«, schrieb Anton Jakob
Weinberger in der FAZ. –
Ein Thema, das heutige Erzähldebüts durchzieht und auf das der Leser
auch im hiesigen Band nicht verzichten muß, bildet die Klammer: Schön
und lang ist die Jugend!
»Die
Jugend hat den Vorzug, daß sie bewundern kann ohne zu verstehen«, sagt
Anatole France. Ewart Reder ist ein Bewunderer der Jugend, der sie
versteht, das heißt sie durchschaut und mit Einverständnis begleitet.
In seinen Erzählungen sind die Jungen sich selbst genug oder genügen
den jung Geweseßnen zu ihrem Glück oder ihrer Sehnsucht.
Die
Kapitel des Erzählbands »Ein und Aus« formen eine ironische Apotheose
der Jugend: »Ein« steht über den ersten sieben Geschichten. Sechs von
ihnen erzählen Initiationen in eine verschwimmende Weltkontur: die
siebziger Jahre. Ankommen kann diese Jugend nur bei sich selbst; ihre
Umwelt rückt fern, wird vom erotischen wie politischen Erwachen der
neuen Generation überblendet. – »Aus« sind die Träume in den letzten
sieben Texten. Da geschieht Heutiges. Aber nicht Resignation herrscht,
eher Neugier darauf, wie es nach dem Ende des Gemeinsamen im Einzelnen
weitergehen mag. Nebenbei zeigt Reder auf spannende Weise: Initiation
ist heute Einweihung in die Jugend. Durch sie hindurch sind die Wege
nicht mehr bezeichnet, nirgendwohin. – »Interloads«, fünf unterhaltsame
Zwischenspiele, verbinden die beiden Hauptteile. Auf manchem
Nachttisch mag sich das Buch zuerst in der Mitte spreizen. Kurzweil verleitet zu tieferem, länger einwirkendem Genuß: nach
vorn und nach hinten. Ewart Reder, geboren 1957 in Berlin, jetzt in
Maintal bei Frankfurt ansäßig, nach privaten und beruflichen
Pirouetten spät Lehrer, noch später Schriftsteller geworden, weiß,
wovon er schreibt. Schreibt erst, seit er weiß, wovon und wozu.
Erlebtes und Erlesenes sind gesackt, abgehangen, ausgeblutet. Mal
kriegt der Leser das Blut, mal das Fleisch oder die Knochen, und immer
satt zu verdauen am Stoff, der gelebt hat und Literatur heißt. Dafür
erhielt Reder mehrere Auszeichnungen.
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Kleiderfarben Gedichte 80 Seiten, 13 Euro, 3-933974-28-3 Reihe ETIKETT |
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zusammen mit Imke Bunge Seelenverwandte auf sanften Pfoten Katzen in der Literatur Sponsor : Sheba / Masterfoods GmbH 184 Seiten, 14 Euro, 3-933974-19-4 Reihe ETIKETT |
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Seit 1998 werden Ewart Reders Texte in Tageszeitungen wie FR und FAZ und in Zeitschriften wie ndl, Lichtungen und decision sowie in Anthologien und im Rundfunk (SFB, Radio X) veröffentlicht. Seine »Messungen. Gedichte von dir bis da« sind 1999 bei Wiesenburg erschienen, im Jahr darauf drehte Bernhard Bauser den Fernsehfilm »Buch auf! Ein Porträt des Schriftstellers Ewart Reder«. Bei uns liegen seine »Kleiderfarben« vor. – Ewart Reder ist freier Mitarbeiter des Literat und des KLG und Mitbegründer und Redakteur der »WortWellen« bei Radio X, Frankfurt am Main. Erik Fosnes-Hansen über die Prosa von Ewart Reder: »Diese Geschichten haben viele schöne Seiten. Ich mag die Themen, ich mag, daß sie nicht vereinfacht werden, ich mag die kühlen Anfänge und die knappen Enden. – Wenn verwandte Themen in der heutigen Literatur behandelt werden, fallen die existenziellen, die absoluten Aspekte oft ganz weg oder werden mit hobbypsychologischem Kitsch ersetzt, plus 19,5 Seiten Amore, plus jeder sprachlichen Unfähigkeit, die dann sofort als »milieugenuiner Ton« gelobt wird. Das alles fehlt in Reders Geschichten.«
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Nürnberger Nachrichten, 09.07.2005 »Eine Schöpfkelle ins Leben tauchen - Ewart Reders Buch Ein und Aus« (von Gerd Berghofer) »Eine Schöpfkelle ins Leben tauchen, kleine Wellen damit herausfischen und diese in annähernd zwanzig Erzählungen und Kurzgeschichten beschreiben. Das tut Ewart Reder mit seinem Buch »Ein und Aus«. Da finden sich die 70er Jahre, wo die »Ein«-kehr einer Jugend ins Leben stattfindet. Auf der Suche nach sich selbst ist diese Generation, die dabei von einer absurd wirkenden Umwelt umsponnen ist. Reder schreibt spritzig, er schwafelt nicht, seine Geschichten hinterlassen beim Leser keine Irritation, sondern ein Gefühl der Verlässlichkeit, denn er spielt mit Bekanntem, das dann aber doch irgendwie fremd scheint. Reders Schilderungen atmen, sie verfügen über eigenes Leben, pulsieren von Zeile zu Zeile, was für Kurzweil sorgt. Dabei verwendet er eine bisweilen sehr poetische, trotz aller Modernität durchweg auf hinreißendem Niveau gehaltene Sprache; in der Geschichte »Paris inter Pares« heißt es zum Beispiel, »sich an dem Satz entlang drücken wie an einem Gartenzaun, den man nach einer verbotenen Öffnung absucht, wollte man das Gefühl haben, den Satz zu verstehen.« Diese Geschichte gehört zu den besten des in die Kapitel »Ein«, »Interload« und »Aus« eingeteilten Buches. Die letzte Überschrift führt in Versuchung, daraus »Aus der Traum« zu machen. Denn genau darum geht es. Hier finden sich die Menschen auf dem Boden der Tatsachen zurück – im Heute, im Jetzt. Wunderbar daran ist, dass sie am Ende – Reder ist nicht zimperlich mit seinen Figuren – nicht in den großen Katzenjammer verfallen und über das Elend der Welt herziehen oder gar verzweifeln, im Leser womöglich an das Mitleid appellieren, sondern gefasst und mutig, mitunter sogar kühn, reagieren. Solche Bücher brauchen wir in diesen Tagen!« |
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