Ewart Reder


Biographie:
»Reder folgt der Spur seines Themas, den 'engen Beziehungen' zu Menschen, Landschaften, Städten, getrieben von der Neugier aufs Fremde.« So hatte die FAZ die Lyrik des gebürtigen Berliners gelesen, und die Spur führt nun auch durch sein zweites Buch. Die Palette der Themen und Sujets, die Formenvielfalt, der Tonumfang des Bandes und nicht zuletzt seine poetische Brillanz versprechen einiges. – Los geht es mit Liebesgedichten. Von Titeln wie »DDRosa« oder »Wiedervereinigung« dabei noch gefoppt, findet man sich bald in den Zeitfluß getaucht, liest Reminiszenzen an Westberlin, für Reder das »Dritte Deutschland aus den liberalen Träumen des 19. Jahrhunderts, viel untergegangener als die DDR«.

Verschiedene Menschen kreuzen die Wildbahn. Der Dichter sieht sie im Dickicht lichtloser Umstände kämpfen um ihre Bewegungsspielräume. Einige heißen Otto Schily oder Jesus. Die Orte: für Reder sind sie Kraftfelder. Ob geheimnisstille Plätze in Polen, die auftauchen wie die sagenhafte Ostseestadt Vineta. Ob die »Taunusanlage« in Frankfurt oder zwei verfeindete Offenbacher Vorstädte. Ob zu Land oder zu Wasser, am Meer vor allem, von Rostock bis wenigstens Otranto. Die Lyrikerin Margot Ehrich applaudierte: »Das ist Magie: da sind die Sinne am Werk, es spült und weht und rollt, man sieht die Bilder nicht nur, man hört sie.«

Ewart Reder ist 1957 geboren. Seit 1998 zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitungen (FR, FAZ u.a.), Zeitschriften (ndl, lichtungen, decision u.a.), Anthologien und im Radio; Mitarbeit beim »Literat«, beim Kritischen Lexikon für Gegenwartsliteratur u.a. Mit dem Gedichtband »Messungen« absolvierte er 1999 sein Debüt. In dem Fernsehfilm »Buch auf! Ein Porträt des Schriftstellers Ewart Reder« drehte Bernhard Bauser über den mit diversen Auszeichnungen versehenen Wahl-Offenbacher.

»Ewart Reder schreibt Gedichte, die mich in zweierlei Hinsicht interessieren: was da gedichtet/bedichtet wird und wie das geschieht. Solche Lektüre macht Appetit«, schreibt Robert Gernhardt über Reder – na bitte!


Verfasste Landschaft

Gedichte

96 Seiten, 14 Euro, 978-3-86638-005-9

Reihe ETIKETT

Softcover mit Schutzumschlag

 

 


Ein und Aus

19 Erzählungen

160 Seiten, 19 Euro, 3-933974-75-5

Reihe Die Hauptwerke

Was haben Mann und Frau, Schwarz und Weiß, Prof und Rebell, Sohn und Vater, Muslim und Christin miteinander zu tun? Spannende Dinge, jeweils, von denen Ewart Reders Geschichten mit Titeln wie Rausfliegen oder Virtualverkehr handeln. Zudem hat alles mit allem zu tun – aufs heftigste. »Reder folgt der Spur seines Themas, den engen Beziehungen zu Menschen, Landschaften, Städten, getrieben von der Neugier aufs Fremde«, schrieb Anton Jakob Weinberger in der FAZ. – Ein Thema, das heutige Erzähldebüts durchzieht und auf das der Leser auch im hiesigen Band nicht verzichten muß, bildet die Klammer: Schön und lang ist die Jugend!
»Die Jugend hat den Vorzug, daß sie bewundern kann ohne zu verstehen«, sagt Anatole France. Ewart Reder ist ein Bewunderer der Jugend, der sie versteht, das heißt sie durchschaut und mit Einverständnis begleitet. In seinen Erzählungen sind die Jungen sich selbst genug oder genügen den jung Geweseßnen zu ihrem Glück oder ihrer Sehnsucht.
Die Kapitel des Erzählbands »Ein und Aus« formen eine ironische Apotheose der Jugend: »Ein« steht über den ersten sieben Geschichten. Sechs von ihnen erzählen Initiationen in eine verschwimmende Weltkontur: die siebziger Jahre. Ankommen kann diese Jugend nur bei sich selbst; ihre Umwelt rückt fern, wird vom erotischen wie politischen Erwachen der neuen Generation überblendet. – »Aus« sind die Träume in den letzten sieben Texten. Da geschieht Heutiges. Aber nicht Resignation herrscht, eher Neugier darauf, wie es nach dem Ende des Gemeinsamen im Einzelnen weitergehen mag. Nebenbei zeigt Reder auf spannende Weise: Initiation ist heute Einweihung in die Jugend. Durch sie hindurch sind die Wege nicht mehr bezeichnet, nirgendwohin. – »Interloads«, fünf unterhaltsame Zwischenspiele, verbinden die beiden Hauptteile. Auf manchem Nachttisch mag sich das Buch zuerst in der Mitte spreizen. Kurzweil verleitet zu tieferem, länger einwirkendem Genuß: nach vorn und nach hinten. Ewart Reder, geboren 1957 in Berlin, jetzt in Maintal bei Frankfurt ansäßig, nach privaten und beruflichen Pirouetten spät Lehrer, noch später Schriftsteller geworden, weiß, wovon er schreibt. Schreibt erst, seit er weiß, wovon und wozu. Erlebtes und Erlesenes sind gesackt, abgehangen, ausgeblutet. Mal kriegt der Leser das Blut, mal das Fleisch oder die Knochen, und immer satt zu verdauen am Stoff, der gelebt hat und Literatur heißt. Dafür erhielt Reder mehrere Auszeichnungen.

 


Kleiderfarben

Gedichte

80 Seiten, 13 Euro, 3-933974-28-3

Reihe ETIKETT

 

 


zusammen mit Imke Bunge

Seelenverwandte auf sanften Pfoten

Katzen in der Literatur

Sponsor : Sheba / Masterfoods GmbH

184 Seiten, 14 Euro, 3-933974-19-4

Reihe ETIKETT

 

Seit 1998 werden Ewart Reders Texte in Tageszeitungen wie FR und FAZ und in Zeitschriften wie ndl, Lichtungen und decision sowie in Anthologien und im Rundfunk (SFB, Radio X) veröffentlicht. Seine »Messungen. Gedichte von dir bis da« sind 1999 bei Wiesenburg erschienen, im Jahr darauf drehte Bernhard Bauser den Fernsehfilm »Buch auf! Ein Porträt des Schriftstellers Ewart Reder«. Bei uns liegen seine »Kleiderfarben« vor. – Ewart Reder ist freier Mitarbeiter des Literat und des KLG und Mitbegründer und Redakteur der »WortWellen« bei Radio X, Frankfurt am Main.

Erik Fosnes-Hansen über die Prosa von Ewart Reder:

»Diese Geschichten haben viele schöne Seiten. Ich mag die Themen, ich mag, daß sie nicht vereinfacht werden, ich mag die kühlen Anfänge und die knappen Enden. – Wenn verwandte Themen in der heutigen Literatur behandelt werden, fallen die existenziellen, die absoluten Aspekte oft ganz weg oder werden mit hobbypsychologischem Kitsch ersetzt, plus 19,5 Seiten Amore, plus jeder sprachlichen Unfähigkeit, die dann sofort als »milieugenuiner Ton« gelobt wird. Das alles fehlt in Reders Geschichten.«


 

Nürnberger Nachrichten, 09.07.2005

»Eine Schöpfkelle ins Leben tauchen - Ewart Reders Buch Ein und Aus« (von Gerd Berghofer)

»Eine Schöpfkelle ins Leben tauchen, kleine Wellen damit herausfischen und diese in annähernd zwanzig Erzählungen und Kurzgeschichten beschreiben. Das tut Ewart Reder mit seinem Buch »Ein und Aus«. Da finden sich die 70er Jahre, wo die »Ein«-kehr einer Jugend ins Leben stattfindet. Auf der Suche nach sich selbst ist diese Generation, die dabei von einer absurd wirkenden Umwelt umsponnen ist.

Reder schreibt spritzig, er schwafelt nicht, seine Geschichten hinterlassen beim Leser keine Irritation, sondern ein Gefühl der Verlässlichkeit, denn er spielt mit Bekanntem, das dann aber doch irgendwie fremd scheint. Reders Schilderungen atmen, sie verfügen über eigenes Leben, pulsieren von Zeile zu Zeile, was für Kurzweil sorgt. Dabei verwendet er eine bisweilen sehr poetische, trotz aller Modernität durchweg auf hinreißendem Niveau gehaltene Sprache; in der Geschichte »Paris inter Pares« heißt es zum Beispiel, »sich an dem Satz entlang drücken wie an einem Gartenzaun, den man nach einer verbotenen Öffnung absucht, wollte man das Gefühl haben, den Satz zu verstehen.« Diese Geschichte gehört zu den besten des in die Kapitel »Ein«, »Interload« und »Aus« eingeteilten Buches. Die letzte Überschrift führt in Versuchung, daraus »Aus der Traum« zu machen. Denn genau darum geht es. Hier finden sich die Menschen auf dem Boden der Tatsachen zurück – im Heute, im Jetzt.

Wunderbar daran ist, dass sie am Ende – Reder ist nicht zimperlich mit seinen Figuren – nicht in den großen Katzenjammer verfallen und über das Elend der Welt herziehen oder gar verzweifeln, im Leser womöglich an das Mitleid appellieren, sondern gefasst und mutig, mitunter sogar kühn, reagieren. Solche Bücher brauchen wir in diesen Tagen!«