Autoren & Bücher
Lonny Neumann
Lonny Neumann wurde als Lonny Behnke im Krankenhaus Prenzlau geboren, wuchs bei den Großeltern in Strasburg / Uckermark und in den Internaten der Oberschule Prenzlau und des Lehrerbildingsinstitutes in Frankfurt Oder auf. Studien zur Lehrbefähigung für die Oberstufe im Fernstudium in Potsdam. Lehrerin daselbst und in Seewalde. Sie kündigt diese Anstellungen, um zu schreiben.
Neben Erzählungen wie »Vier Stationen hinter der Stadt« (1976) betrieb sie lebenslang die Arbeit am Tagebuch – »Novemberblätter«, »Der Stein« (2000) und andere Bücher sind daraus hervorgegangen. Sie hat viele Arbeiten für den Rundfunk geschrieben, dazu Kinderbücher wie »Tina endtdeckt das Meer« (1980) und zahlreiche Essays.
Ab 1992 zwei Jahre wissenschaftliche Arbeit an der Uni Potsdam. Als ihren Wendebeitrag bezeichnet Lonny Neumann ihre Buchveröffentlichung und den Entwurf für eine Ausstellung über den in seiner Heimatstadt Potsdam »unbekannt« gebliebenen Autor Hermann Kasack (1993). Später erschienen »Grüne Glasscherben« (2006) über die Kriegs- und Nachkriegskindheit in Strasburg und »Blaue Kacheln. Sommerblätter« (2014).
Das letzte Kapitel
Roman
- 240 Seiten
- Softcover mit zweiseitigem Umschlag
- von Elli Graetz
- mit Personen-Register
- und Glossar
978-3-86638-474-3

Könnte es sein, daß die Erzählerin, der wir hier folgen wollen, ihre Zeiten, indem sie sie wechselt, sie auswechselt, in den vielen Jahrzehnten und Lebensumgebungen durcheinander gerät, sie verwechselt, wo sie sie doch in so vielen »Krakelheften« festzuhalten versucht hat? – Ja, das dürfte ein freches Spiel sein, aber:
Können wir sicher sein, von welchem Potsdam, von welchem Friedrich ein ums andere Mal die Rede ist, dem Staufer, dem Großen, einem II., und von welchem Land denn, welcher Regierung, welcher Gesellschaft, welcher Stadt, welchem Frankfurt, von welchem Staat die Rede, die Erinnerung ist, die sie nicht verlassen wollte, will, wollen wollte – in der Sie wirken, Lehrerin sein wollte, die sie vielleicht doch verlassen, in der sie aber unbedingt schreiben wollte? – Was denn? So viel Ungewißheit.(?)
Müssen es nicht richtige, verlegte, hochgelobte Bücher sein, die etwas festhalten – genügen denn »Krakelhefte«, die einfach nicht aufhören, sich nicht eindeutig verorten zu lassen, in einer Kammer, einem Schrank, einem Keller, einem Zimmer, einer Wohnung liegen, und wo denn ist diese Wohnung über die langen Zeiten eines epochen-überdauernden Lebens und über 90jährigen Erinnerns?
Ja, wir brauchen andere Lesegewohnheiten – hört Ihr! –, um solchem Erzählen und Erinnern und Leben zu folgen, versteht Ihr! Wollen wir es also einige 200 Seiten weit versuchen, es üben?
axel dielmann – verlag
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